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zwischen anpassung und selbstbehauptung

Geschrieben von am 29.10.09 um 14:53 Uhr • Artikel lesen

Zwischen Anpassung und Selbstbehauptung -
Dortmunder Lesben und Schwule unter dem Nationalsozialismus

am Donnerstag, 5. November 2009, 18.30 Uhr

in der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, Dortmund

Hochgeladene Bilddatei Zu den zahlreichen Minderheiten, die im „Dritten Reich“ entrechtet und verfolgt wurden, gehörten Schwule und Lesben. Anhand exemplarischer Lebensläufe von Homosexuellen aus Dortmund und Umgebung zeigen die Referenten das Spektrum der Verhaltensmöglichkeiten zwischen Anpassung und Selbstbehauptung unter dem Nationalsozialismus auf. 1935 verschärften die Nationalsozialisten den § 175 zur Bestrafung homosexueller Handlungen unter Männern, so dass bereits ein begehrlicher Blick oder eine Körperberührung für eine Verurteilung ausreichte. Rund 50.000 Urteile wurden zwischen 1933 und 1945 verhängt. Die Betroffenen wurden zu Gefängnis und Zuchthaus verurteilt, in Anstalten eingewiesen, in Konzentrationslager und Tötungsanstalten verschleppt, kastriert und getötet.

Der Hauptgrund für die Verfolgung Homosexueller im „Dritten Reich“ kann im Rassenwahn der Nationalsozialisten gesehen werden: Durch die vermeintlich seuchenartige Ausbreitung der Homosexualität sahen sie die „arische Rasse“ gefährdet. Lesbische Frauen waren weniger Opfer der Homosexuellenverfolgung als vielmehr der nationalsozialistischen Frauenpolitik, die sie als ledige und kinderlose Frauen zu einem unauffälligen Verhalten in der Öffentlichkeit nötigte.

Zwar fehlte es während der NS-Diktatur nicht an Bestrebungen, die Straffreiheit sexueller Beziehungen zwischen Frauen aufzuheben und den § 175 auf Lesben auszudehnen, doch verhinderte die Nichtkriminalisierung weiblicher Homosexualität im Strafrecht, dass Lesben auf ähnliche, vergleichbar intensive Weise verfolgt wurden wie Schwule. Entsprechend schwer ist es, ihre Verfolgungsschicksale nachzuzeichnen. Ein Ausblick führt in die 1950er Jahre: Der § 175 bestand bis 1969 unverändert fort, zahlreiche schwule Männer mussten sich vor Gericht verantworten und Haftstrafen verbüßen.

Zur Information
Der ehrenamtlich tätige Arbeitskreis erforscht seit einigen Jahren die schwule und lesbische Geschichte der Westfalenmetropole. Er hat an der ständigen Ausstellung in der Steinwache mitgearbeitet und die Lebensläufe zahlreicher verfolgter schwuler Männer aus Dortmund recherchiert, darunter Alex Damm. An seinen Freitod 1936 erinnert ein Stolperstein am Burgwall.


Die Referenten

  • Dr. Frank Ahland, Historiker & Publizist, Witten
  • Stefan Nies, Historiker, Büro für Geschichte, Dortmund
  • Daniel Thäsler, Arbeitskreis schwul-lesbische Geschichte, Dortmund

Die „Arbeitstelle Zukunft braucht Erinnerung“ wird getragen durch die „Interessengemeinschaft ein Erinnerungsportal für Dortmund - IG ErPort“. In diesem Zusammenschluss arbeiten der Dortmunder Jugendring, die Stadt Dortmund, sowie Institutionen und Einzelpersonen an der Weiterentwicklung der Erinnerungsarbeit in Dortmund und dem Ausbau des Erinnerungsportals unter www.erport-do.de.

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