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bundesweite fachtagung
lebensentwürfe älterer lesben

ältere lesben existieren, sichtbar sind sie kaum!

Auf Einladung des KCR, treffen sich am Wochenende von Freitag, den 28. bis Sonntag, den 30. Okt. über 40 Fachfrauen und Expertinnen zur bundesweiten Fachtagung "Lesben im Alter", die durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird.

In Dortmund sind derzeit über 150.000 Menschen 60 Jahre und älter. Die meisten sozialwissenschaftlichen Untersuchungen gehen davon aus, dass ca. 5 - 10% der Bevölkerung in Großstädten ausschließlich oder überwiegend gleichgeschlechtlich orientiert sind. Dies bedeutet, dass in Dortmund mindestens 4.000 ältere Lesben leben. Diese Bevölkerungsgruppe ist derzeit jedoch nicht sichtbar. Dies liegt nicht zuletzt an den lebensgeschichtlichen Erfahrungen dieser Generation, die von Verfolgung und Diskriminierung geprägt ist. Daher gibt es nur wenige Erkenntnisse über ihre Lebenssituation, ihre Wünsche, Bedarfe und Probleme.

"Ältere Lesben existieren, sichtbar sind sie bisher jedoch wenig. In den Angeboten und Einrichtungen für lesbische Frauen wie Lesbenberatungsstellen, Lesbentelefonen, Lesbenzentren usw. werden Angebote für ältere Lesben bisher wenig angenommen, da ältere Lesben häufig den Gang in die "Öffentlichkeit" scheuen", so Diplom Pädagogin Marion Wortmann, von der AG Sappho und Methusalem im lesbisch-schwulen Arbeitskreis Dortmund.

In den einzelnen Großstädten sind in den letzten Jahren Arbeitskreise entstanden, die zu dem Thema "Lesben und Alter" arbeiten. Der Bedarf lesbischer Frauen nach entsprechenden Beratungs-, Kontakt-, Freizeit- und Pflegemöglichkeiten aber wächst proportional zu der steigenden Zahl lesbischer Frauen im Alter. Es müssen Formen gefunden werden, wie das Thema sowohl in der Altenpflege als auch in den Einrichtungen der Senioren- und Altenarbeit konzeptionell verankert werden kann, denn die schwierige psychosoziale Situation alter Lesben macht einen Handlungsbedarf deutlich. Nur durch eine sensible Wahrnehmung und durch eine bewusste Thematisierung der gleichgeschlechtlichen Lebensweise können Alten- und Senioreneinrichtungen ermutigt werden, lesbische Lebensweisen in Ihre Arbeit zu integrieren. Die kommende Fachtagung bietet den Fachfrauen eine Plattform, in kritischer Distanz zur eigenen Arbeit und durch den überregionalen Austausch mit anderen Fachfrauen die begonnene Erneuerung der lesbischen Seniorinnenarbeit weiter fortzuführen. Neue Erfahrungen, Gedanken und Ideen kann jede Teilnehmerin mitnehmen und ggf. in ihrem eigenen Arbeitsfeld umsetzen.

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